Das Bauzinsentief richtig nutzen

Das Eigenheim genießenBeschäftigt man sich mit Artikeln, Einschätzungen und Prognosen zum Thema Baufinanzierung, wird man unweigerlich auf die Feststellung stoßen, dass die Bauzinsen derzeit so gering sind wie lange nicht. Dies bedeutet im Umkehrschluss: Wer jetzt einen Immobilienkredit abschließt, kann dabei stark sparen. Dank stetig sinkendem EZB-Leitzins und der Senkung des Pfandbriefwerts (für das Hauptrefinanzierungsgeschäft) passen die Banken ihre Bauzinsen an die Marktlage an und senken die Zinsen für Kreditnehmer. Während dies für Anleger in Sparkonten ein stetes Ärgernis ist, können Immobilienfinanzierer daraus einen Nutzen ziehen. Sie können ihr Darlehen schneller abzahlen oder einen geringeren monatlichen Betrag zahlen. Dennoch gibt es einige Tricks und Kniffe, wie man trotz günstiger Bauzinsen noch weiter sparen kann – es gibt dennoch Unterschiede zwischen den Anbietern und den Verträgen.
Die Stiftung Warentest hat in ihrer Februar-Ausgabe die hilfreichsten und effektivsten Tipps dazu verraten, wie man aus einer Baufinanzierung noch mehr herausholen kann und Sie als Kreditnehmer noch weniger für Ihre Baufinanzierung zahlen müssen. Viel Aufwand ist hier bei nicht nötig.

Die Zinsbindung

Oftmals ist die Länge doch entscheidend. Bei der Zinsbindung trifft dies zu. Die Stiftung Warentest hält Zinsbindungen von 15 bis 20 Jahren für optimal. 20 Jahre ist meist die längste Laufzeit, die eine Bank für ihre Baufinanzierung anbietet. Dies sollten Kunden ausnutzen. Zwar seien hier der effektive Jahreszins um einige Prozentpunkte (meist im Zehntel-Bereich) teurer als bei der Laufzeit zehn Jahre, allerdings kann man dabei auch länger von den günstigen Bauzinsen profitieren.
Achtgeben sollte man allerdings auch auf die Zinsbindungsphase. Liegt diese unter der Gesamtlaufzeit (z.B. bei 10 Jahren), so muss man sich für die Zeit danach mit dem zu dem Zeitpunkt geltenden Zins zufriedengeben. Kreditnehmer müssen allerdings nicht bei ihrer Bank verweilen, wenn sie ein besseres Angebot gefunden haben.

Die Tilgung

Nicht nur die Länge des Darlehens ist entscheidend, auch die Höhe der Tilgung kann viel ausmachen. Hier rät die Stiftung Warentest: Je höher die Tilgungsrate, desto besser. 2 Prozent gilt hierbei als Minimum, wer mehr stemmen kann, sollte dies tun. Liegt das Zinsniveau weit unten, können Kreditnehmer natürlich auch mehr abzahlen.

Die Flexibilität

Der niedrigste Zins nützt nichts, wenn das Darlehen nicht flexibel genug ist. Wer sich über Jahrzehnte an einen Kredit bindet, sollte einkalkulieren, dass sich Lebensumstände ändern. Man sollte daher im Kreditvertrag vereinbaren, dass Sondertilgungen möglich gemacht werden sollen. Bei einem unerwarteten Geldeingang (Lottogewinn, Erbe, Gehaltserhöhung etc.) sollten Tilgungen außerhalb der normalen Rückzahlung möglich sein.
Außerdem sollte man vereinbaren, dass die Kreditrate nach oben oder unten angepasst werden kann. Verliert ein Kreditzahler seinen Job oder steht eine Beförderung an, kann die Rate von der Bank angepasst werden. Dies ist auch bei vorübergehenden Engpässen vorteilig.

Die Anschlussfinanzierung

Wer schon einen Immobilienkredit laufen hat, sollte sich jetzt schon Gedanken um die Anschlussfinanzierung machen. Diese kann entweder bei der bestehenden Bank weiterlaufen (die Bank wird hierbei rechtzeitig ein Angebot senden) oder bei einem anderen Anbieter erfolgen, wenn dort bessere Zinsen angeboten werden.
Die Stiftung Warentest rät zu einem . Mit diesem können Zinsen für eine Finanzierung bis zu 5 Jahre im Voraus gesichert werden. Hierbei schützt man sich vor bösen Überraschungen, wenn die allgemeine Zinslage wieder steigen sollte. Einziger Nachteil: Forwarddarlehen sind meist teurer als normale Kredite, da die Bank ein größeres Risiko eingeht, weil die Zinsen für viele Jahre im Voraus nur schwer abgeschätzt werden können.

Der Vergleich

Umfassend vergleichen

Eine der wichtigsten Faktoren sollte vor allen anderen Aktivitäten in Betracht gezogen werden: ein Vergleich der Anbieter. Konsultieren Sie einen Bauzinsen Vergleich, um aktuelle Zinssätze von Top-Anbietern zu finden. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Hausbank oder anderen Banken Ihrer Nähe. Auch ein unverbindliches Beratungsgespräch ist wichtig und bei einem schlechten Gefühl sollte man lieber noch weiter suchen. Es ist besonders wichtig, dass Sie mit Ihrer Baufinanzierung und deren Konditionen zufrieden sind, denn Sie binden sich eine lange Zeit an einen bestimmten Anbieter.
Die Devise lautet: Lieber einen Anbieter mehr vergleichen und sich ein Angebot machen lassen, als einen zu wenig und auf schlechten Konditionen sitzenbleiben.