Doppelhaushälfte bauen und von Vorteilen profitieren

Viele Eltern hegen den Wunsch in der Nähe ihrer erwachsenen Kinder zu leben. Umgekehrt ist es auch für junge Familien häufig von Vorteil, wenn die Großeltern nah genug leben, um auch mal auf den Nachwuchs achten zu können. Erreichen dann die Großeltern ein höheres Alter, kann man sich wiederum um diese kümmern. Wer sich aber von der Vorstellung eines Mehrfamilienhauses beengt fühlt und trotzdem viele Teile des Lebens gemeinsam verbringen möchte, kann als Zwischenform eine Doppelhaushälfte bauen.

Denn hier hat trotz familiärer Nähe jeder eine eigene Haushälfte mit separatem Hauseingang. Natürlich gibt es neben dem Generationen-Modell auch noch viele andere Konstellationen, in welchen ein Doppelhaus Sinn macht. Beispielsweise wenn das Baukapital nur knapp nicht ausreicht, um ein Einfamilienhaus bauen zu können.

Doppelhaus bauen: Kosten beim Grundstückkauf einsparen

Wer ein Doppelhaus bauen möchte, kann schon beim Grundstückkauf Kosten einsparen: Gerade in Stadtnähe beispielsweise sind die Preise für Grundstücke häufig sehr hoch. Durch den gemeinsamen Kauf eines Grundstücks und die folgende Aufteilung auf zwei Parteien, wird die Baufläche meist günstiger genutzt als es bei einem Einfamilienhaus der Fall wäre. Prinzipiell spricht auch nichts gegen eine gemeinsame Gartennutzung – das liegt aber ganz bei den Bewohnern. Auch beim Doppelhaus Bauen kann im Vergleich zum Einzelhaus Geld gespart werden.

Kosten Bau: Doppelhaus bauen und Baukosten teilen

Wer ein Haus mit zwei Doppelhaushälften bauen will, kann durch genaue Planung während des Baus jede Menge Kostenpunkte einsparen. Vom Aufbau her ist ein Doppelhaus eigentlich nichts anderes als zwei Einzelhäuser, die durch eine gemeinsame Mittelwand und ein gemeinsames Dach verbunden sind: diese elementaren Bauteile werden aber von beiden Wohnparteien gleichwertig finanziert, wodurch schon hier die Doppelhaus-Kosten niedriger gehalten werden als bei einem Einfamilienhaus. Auch im Allgemeinen ist es so, dass die Baukosten verringert werden, wenn wichtige Elemente für beide Haushälften verwendet werden können.

Wer sich sicher ist, wie er sein Doppelhaus bauen möchte, muss unter Umständen Absprachen mit den Bewohnern der anderen Hälfte treffen. In der Regel wird ein Grundriss für das gesamte Haus erstellt, sodass eine Doppelhaushälfte die Spiegelung der anderen an der Mittelwand darstellt. Das schränkt zwar etwas die Individualität der Bauherren ein, ist aber wiederum günstiger, da Planungskosten ebenso auf beide Parteien aufgeteilt werden. Nicht-tragende Wände können außerdem weggelassen oder an andere Stelle gesetzt werden. Je nach Wunsch ist es ebenso möglich Anschlüsse oder die Heizanlage zu teilen und somit auch deren Anschaffungs- und Instandhaltungskosten. Es spricht aber auch nichts dagegen, dass jede Doppelhaushälfte über eine eigenen Heizanlage verfügt.

Energie-Kosten: Doppelhaushälfte häufig günstiger als Einfamilienhaus

Da beide Doppelhaushälften eine gemeinsame Mittelwand haben, fällt für jede Wohnpartei eine mögliche Fensterfront weg. Durch die Wärmedämmung an dieser Stelle und die geringeren Außenwandanteile werden so aber die Heizkosten gesenkt. Natürlich bedeutet eine gemeinsame Mittelwand auch, dass man unter Umständen mehr von den Nachbarn hört als wünschenswert ist. Dem kann aber durch cleveres Stellen der Möbel oder einen extra Schallschutz vorgebeugt werden.

Doppelhäuser bauen: Abstimmung bedenken

Wer von den Vorteilen eines Mehrgenerationen-Haushalts profitieren möchte, kann eine Doppelhaushälfte bauen: Kosten werden für beide Parteien gesenkt, allerdings müssen sich in der Regel auch beide Wohnhälften immer wieder abstimmen. Die Familienzugehörigkeit kann hier ebenso von Vorteil wie Nachteil sein. Durch die Nähe zur Familie lassen sich viele Vorhaben häufig direkt besprechen, allerdings können rasch Grenzüberschreitungen zum Problem werden. Daher sollte schon vor einer Doppelhaus Finanzierung gründlich hinterfragt werden, ob das nahe Zusammenleben mit der Familie über viele Jahre hinweg tatsächlich ratsam und realisierbar ist.

Prinzipiell müssen die Baupartner keine Mitglieder der Familie sein: Das kann theoretisch von guten Freunden über Bekannte bis zu völlig Fremden jeder sein. Grundsätzlich kann es aber durchaus sinnvoll sein, seine zukünftigen Nachbarn gut zu kennen, um möglichen Konflikten vorzubeugen. Wenn die Bewohner der anderen Doppelhaushälfte ähnliche Vorstellungen hinsichtlich Geselligkeit und Lautstärke haben, kann das gewiss von Vorteil sein. Denn wer doch nicht in der gebauten Doppelhaushälfte leben möchte, kann es unter Umständen etwas schwerer haben dieses zu verkaufen und die Doppelhaushälfte-Kosten wieder zurückzuerhalten. Da Einfamilienhäuser auf dem Wohnmarkt häufig etwas beliebter sind.

Vor- und Nachteile im Überblick: Doppelhaus bauen

Wer ein Doppelhaus bauen möchte, hat in der Regel zunächst besonders die Baukosten im Blick. Hat man die Bauphase hinter sich gelassen und zieht endlich ins fertige Zuhause ein, hält aber auch das Leben im Doppelhaus einige Unterschiede zum Einfamilienhaus parat.

Vorteile beim Doppelhaus Bauen:

  • Gemeinsamer Grundstückkauf bei optimaler Grundstücksaufteilung günstiger
  • Energetisch günstiger als Einfamilienhaus
  • Geteilte Kosten – Doppelhaus mit wichtigen Bauelementen für beide Haushalte
  • Gleicher Wohnkomfort wie Einfamilienhaus

Nachteile beim Doppelhaus Bauen

  • Enge Nachbarschaft kann mit erhöhter Geräuschkulisse verbunden sein
  • Bei einigen Vorhaben, wie Baumaßnahmen, Absprachen notwendig
  • Durch Mittelwand Wegfallen einer Fensterfront
  • Teilweise Individualität der Bauherren eingeschränkt

Doppelhaus selber bauen sinnvoll?

Trends und aktuelle Charts

Inwiefern jemand sein Doppelhaus selber bauen oder bauen lassen möchte, liegt ganz im Ermessen der eignen Fähigkeiten. Hier gilt es als ratsam, sich selbst lieber zu unter- als zu überschätzen. Denn im Falles Fall muss man die eigenen Baufehler über viele Jahre hinweg ertragen. Gerade Arbeiten wie Sanitär- und Elektroinstallationen sollten im Regelfall lieber dem Profi überlassen werden. Auch Rohbauarbeiten zählen zu den umfangreicheren Bauarbeiten. Zu den weniger aufwendigen Arbeiten am Bau zählen beispielsweise Maler- und Tapezierarbeiten oder Bodenverlegungen.

Mit Fertighaus: Kosten Doppelhaushälfte bauen vermeiden

Wer sich auf Baustellen grundsätzlich unwohl fühlt, kann darüber nachdenken ein Fertig-Doppelhaus zu kaufen als Alternative zum Doppelhaus Bauen. Preise dieser Fertig-Modelle unterscheiden sich je nach Größe und Bauart. Die Fertig-Doppelhäuser werden stell-fertig geliefert und können im Vergleich zur Bauvariante relativ schnell bezogen werden. Der Nachteil ist aber, dass die Bauherren bei der Fertighaus-Variante an Individualität einbüßen müssen, da hier lediglich aus unterschiedlichen Modellen ausgewählt werden kann.

Kaum Unterschiede: Einfamilien- und Doppelhaus Finanzierung

Wer eine Hausfinanzierung plant, sollte sich grundsätzlich schon vor Beginn der Finanzierung Gedanken darüber machen, wie viel Geld das Bauprojekt in Anspruch nehmen wird. Ob es sich dabei um ein Einzel- oder Doppelhaus handelt, spielt dafür eigentlich keine große Rolle. Genauso wie beim Einzelhaus, sollte auch beim Doppelhaus abgeklärt werden, wo man leben möchte, denn Grundstückspreise in Stadtnähe sind häufig deutlich höher als auf dem Land. Außerdem ist auch die Größe und Ausstattung des Hauses entscheidend für die Höhe des Darlehens.

Es ist außerdem nicht erforderlich, dass beide Haushalte eine Baufinanzierung bei der gleichen Bank abschließen. Teilweise fordern Kreditinstitute auch eine Kopie der sogenannten Teilungserklärung. Diese wird üblicherweise beim Grundbuchamt hinterlegt. In dieser Teilungserklärung wird schriftlich festgehalten, welche Teile des Hauses ohne Zustimmung der anderen Doppelhaushälfte verändert werden dürfen und welche nicht. Des weiteren werden auch die Gegenstände und Bauteile aufgelistet, die gemeinsam genutzt werden sollen. Welche Konditionen hier ausgehandelt werden, hängt ganz von den Banken und den persönlichen Interessen der Bauherren ab.