Hausbau lieber mit Bausparvertrag oder Baufinanzierung?

Um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen, galt Bausparen lange als die risikoärmste und beliebteste Möglichkeit. Nicht umsonst – der Branche wurde regelmäßig Krisenfestigkeit bescheinigt. Doch nun starteten Bausparkassen eine wahre Kündigungswelle. Für zukünftige Immobilienanschaffungen stellt sich nun die Frage, ob eine direkte Baufinanzierung dem Bausparvertrag nicht vorzuziehen ist.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist ein gegenseitiger Darlehensvertrag zwischen der Bausparkasse und einer Privatperson. Dabei werden drei Phasen durchlaufen: Die Ansparphase, die Zuteilungsphase und die Darlehensphase. Während der Ansparphase zahlt man regelmäßig einen bestimmten Sparbetrag ein. Wann und ob ein Bausparvertrag dann zuteilungsreif ist, ist von mehreren Faktoren abhängig. Sind alle wesentlichen Kriterien erfüllt, kann der Vertrag zugeteilt werden und dem Kunden steht das Bauspardarlehen zu. Dies muss er jedoch keineswegs in Anspruch nehmen. Er kann auch den Vertrag auflösen und sich das Guthaben inklusive Zinsen auszahlen lassen oder sich dazu entschließen, weiter zu sparen.

Zu hohe Zinsen

Die Möglichkeit, noch mehr Geld anzusparen und sich ihr Darlehen (noch) nicht auszahlen zu lassen, obwohl ihre Verträge bereits seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind, haben viele Bausparkunden genutzt. Sie sind von der Kündigungswelle der Bausparkassen nun besonders betroffen. Hauptgrund dafür sind die hohen Zinsen der Altverträge, die für die Bausparkassen schlichtweg zu teuer werden, bei den Altkunden aber sehr beliebt sind. Beim derzeitigen Zinsniveau erreicht man mit andern Sparvarianten kaum so gute Ergebnisse.

Nach einer Zählung der F.A.Z. haben mehr als 120.000 Kunden seit Anfang 2014 eine Kündigung oder zumindest eine Drohung der Kündigung erhalten. Wie und ob dies rechtlich zulässig ist, ist bisher nicht genau geklärt. Verbraucherschützer üben allerdings heftige Kritik.

Alternative: Baufinanzierung

Finanzierung berechnen mit Taschenrechner und BlockVor diesem Hintergrund stellt sich nun vor allem für zukünftige Bauherren die Frage, ob es im Moment sinnvoll ist, überhaupt einen Bausparvertrag abzuschließen. So steht nicht nur eine lange Ansparphase zwischen einer raschen Verwirklichung des Eigenheimwunsches und dem zukünftigen Hausbesitzer. Auch die Guthabenzinsen sind bei Bausparverträgen im Vergleich zu Immobilienfinanzierungen deutlich schlechter.

Angesichts des momentan rekordverdächtig niedrigen Leitzinses bildet eine direkte Baufinanzierung deshalb eine sehr attraktive Alternative. Wer sich den niedrigen Zinssatz über einen Zeitraum zwischen 15 und 20 Jahren festschreiben lässt, kann sich so lange über einen günstigen Immobilienkredit freuen und Bau- oder Kaufpläne ohne lange Wartezeit direkt in die Tat umsetzen. Übrigens ist eine solch lange Sollzinsbindung kein Grund zur Sorge – aufgrund des gesetzlichen Kündigungsrechts kann jeder seinen Darlehensvertrag nach zehn Jahren aufkündigen.

Folglich ist es in der jetzigen Zeit durchaus sinnvoll, eine Finanzierung einem Bausparvertrag vorzuziehen. Wer langfristig geplant und schon Kapital aus einem Bausparvertrag zu Verfügung hat, kann sogar darüber nachdenken, dieses als Eigenkapital für eine Finanzierung zu nutzen. Die günstigsten Bauzinsen hierbei findet man am besten im direkten Vergleich.

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