Bungalow – Von der Ferienhütte hin zur echten Baualternative

Der wohl bekannteste Vertreter seiner Art findet sich in Bonn. 1963 entwarf der Architekt Sep Ruf in der damaligen Bundeshauptstadt den berühmten Kanzlerbungalow – immerhin bis 1999 Wohnsitz der deutschen Regierungschefs. Doch auch mehr als ein halbes Jahrhundert später gehören Bungalows immer noch zu den beliebtesten Haustypen in Deutschland. Dies erklärt sich vor allem mit den Eigenschaften dieses Typus. Eine eingeschossige und damit größtenteils barrierefreie Bauweise, samt großzügig geschnittenen und hellen Räumen umfasst die idealtypische Bungalow-Definition.

Obwohl eine Aufstockung teilweise möglich ist, besteht das Bungalow-Haus im Normalfall aus einer Ebene, häufig mit einem Flachdach oder Satteldach versehen. Selbstverständlich lassen sich moderne Bungalows jedoch auch nach Ihren eigenen Wünschen gestalten, Ihrer Kreativität sind also auch bei diesem Haustypen keine Grenzen gesetzt.

Was kostet ein Bungalow?

Nicht selten bieten Baufirmen Fertigbungalows an, die in relativ kurzer Zeit errichtet werden können und schlüsselfertig an den Besitzer übergeben werden. Das spiegelt sich auch im Preis wieder. Ob Sie einen Bungalow kaufen oder Bungalow bauen sollten, hängt natürlich auch von Ihrem vorhandenen Kapital beziehungsweise der Höhe Ihres Immobilienkredits ab. Generell gehören Bungalows jedoch zu den preiswerteren Haustypen.

Die Preisspanne zwischen Neubau und Kauf klafft häufig kaum merklich auseinander und richtet sich vor allem nach Lage des Grundstücks beziehungsweise der Wohnfläche. Die Bungalow-Preise hängen nicht immer zwangsläufig davon ab, wann das Haus fertiggestellt wurde, sondern – wie bei anderen Häuserarten auch – von anderen äußeren Faktoren, wie Lage, Ausstattung, Größe und Bauweise des Bungalows. Auch wenn er nicht zum Verkauf steht: Der denkmalgeschützte Bonner Kanzlerbungalow würde sicher einen nahezu astronomischen Erlös bringen – und damit die Baukosten eines nagelneuen Fertigbungalows bei Weiten übersteigen.

Wie energieeffizient ist ein Bungalow?

Ein größerer Kostenfaktor bei Bungalows ist die richtige Isolation, da sie in der Regel eine größere Außenfläche besitzen als andere Haustypen. Gerade ältere Häuser dieses Baustils verlieren aufgrund ihrer dünnen Außenmauern häufig viel Wärme. Je nach Bauweise können Sie dem natürlich entgegenwirken. Ein Massivhaus-Bungalow zeichnet sich beispielsweise durch eine verbesserte Wärmespeicherung sowie Schalldämmung aus. Im Sommer ist es bei dieser Bauweise dagegen angenehm kühl.

Gerade moderne Bungalows eignen sich zudem als Energiesparhäuser. Die typische Konstruktion eines Flachdaches ist nahezu prädestiniert für Photovoltaikanlagen. Das Dach sollte hierfür leicht geneigt ausgestaltet werden. Wenn ökologische Aspekte eine gesteigerte Rolle für Sie spielen, ist die Fassadengestaltung als Holzbungalow für Sie empfehlenswert. Da Bungalows zumeist sehr hell und mit vielen Fenstern konzipiert werden, sollten Sie auf Dreifachverglasung achten. Um auch in den Wintermonaten die Heizwirkung der Sonne bestmöglich nutzen zu können, sollten die größten Fensterflächen zudem nach Süden ausgerichtet werden.

Wie individuell ist ein Bungalow?

Der Name Bungalow entstammt einem Mix nordindischer Sprachen und bedeutet „Bengalisches“. Britische Kolonisten hatten den Baustil, der in der indischen Region Bengalen von den Einheimischen für ihre Hütten verwendet wurde, im 18. Jahrhundert für sich entdeckt und fortan auch in der Heimat Häuser nach deren Vorbild gebaut: Eingeschossig mit zumeist einer breiten Veranda vor der Eingangsfront. An diesen klassischen Baustil sind moderne Bungalows natürlich nicht mehr zwangsläufig gebunden. Wie bei anderen Haustypen auch, lassen sich hier ebenfalls verschiedene Arten erbauen, vom Holzbungalow bis hin zu Ihrem persönlichen Glaspalast.

Denn auch wenn viele Menschen Bungalows mit Ferienhütten oder besonders in den ehemaligen Sowjetrepubliken populären Datschen assoziieren, bietet Ihnen diese Bauweise deutlich mehr Möglichkeiten. So sind neben verschiedenen Dachkonstruktionen beispielsweise auch Bungalows mit Garage oder Keller realisierbar. Letzterer zählt dabei nicht als eigenständige Ebene. Auch eine Aufstockung Ihres Bungalows ist teilweise möglich und sollte rechtzeitig in Ihre Planungen mit aufgenommen werden. Im Falle der Erweiterung um ein weiteres Stockwerk, lässt sich jedoch schwerlich noch von einem Bungalow sprechen, sondern eher vom Umbau zu einem zweistöckigen Haus. Sie sollten ebenfalls bedenken, dass bei Bungalows – je nach Ihren persönlichen Wünschen und Vorstellungen – auch Ihr Grundstück entsprechend groß sein muss. Dies ist wiederum mit höheren Kosten verbunden.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

PRO
CONTRA
Barrierefreies Wohnen: Alters- und behindertengerecht
Häufig größere Grundstücke notwendig
Kostengünstiger Bau
Gute Isolation nötig, da durch die großen Außenflächen Wärme verloren geht
Fassadenarbeiten auch ohne Gerüst möglich
Kein ideales Verhältnis zwischen Grundstücks- und Wohnfläche
Helle, großzügig geschnittene Räume
Je größer der Bungalow, desto kostspieliger ist die Energieeffizienz
Weniger Einschränkungen bei der Gestaltung durch Gebäudestatik

Wenn Sie sich dazu entscheiden, ein Bungalow zu bauen oder zu kaufen, dann ist das unter Umständen eine energie-, vor allem aber eine kosteneffiziente Lösung. Besonders im Hinblick auf mögliche Mobilitätseinschränkungen im Alter, sind Bungalows aufgrund ihrer Bauweise über eine Ebene die ideale Wahl. Dies hat darüber hinaus noch den Vorteil, dass Arbeiten am Haus teilweise gänzlich ohne Gerüste auskommen. Wenn doch eines benötigt wird, dann zumindest selten eine komplizierte und womöglich teure Gerüst-Konstruktion. Die zumeist großzügig geschnittenen und lichtdurchfluteten Räume runden diesen Bautypen ab.