Energiehaus – Energiesparend und nachhaltig bauen

Was ist ein Energiehaus?

Der Begriff Energiehaus kann in verschiedene Unterbereiche aufgeteilt werden. Es gibt ein Niedrigenergiehaus, ein Nullenergiehaus und ein Plusenergiehaus. Wie die Namen schon verraten, kennzeichnen die Häuser verschiedene Energieverbrauchsstufen. Ein Niedrigenergiehaus besitzt einen geringen Energieverbrauch und erfüllt daher gewisse Energiestandards. Ein Nullenergiehaus hingegen verbraucht so wenig Energie, dass der durchschnittliche Verbrauch nicht über den Energiegewinn hinausgeht, den das Haus erwirtschaftet. Analog dazu liefert ein Plusenergiehaus sogar einen Überschuss an Energie.

Was kostet ein Energiehaus?

Möchte man ein Energiesparhaus errichten, müssen Sie mit höheren Kosten in der Anschaffung rechnen. Da Energiestandards eingehalten werden müssen, können die Baumaßnahmen teurer ausfallen als bei normalen Immobilien. So kann eine Solaranlage bis zu 10.000 Euro oder mehr kosten, auch wenn die Preise aufgrund steigender Nachfrage und einer Produktionsverlagerung nach China immer weiter fallen. Auflagen für Dämmung, die Heizungsanlage oder eine Therme können ebenfalls dazu beitragen, dass ein Haus mehr Geld kostet als eine Immobilie mit normalem Energieverbrauch.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Energiehäuser sich nicht rechnen: Die Energieeinsparung durch die nachhaltige Bauweise lohnen sich letzten Endes meist, auch wenn man zunächst draufzahlt. Man spricht hier von Amortisation, d.h. dem Prozess, dass sich die Mehrausgaben zu einem bestimmen Zeitpunkt auszahlen werden. Zudem können Sie ein bereits bestehendes Haus mittels eines Modernisierungskredits ebenfalls nachhaltig umbauen.

Wie energieeffizient ist ein Energiehaus?

Je nachdem, ob Sie sich für ein Niedrigenergiehaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus entscheiden, wird ein anderer Richtwert eingehalten. Die Energieeffizienz wird in den meisten Fällen durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) bestimmt. Jedoch sind die verschiedenen Häusertypen keinen gesetzlichen Grundlagen unterworfen. So muss ein Niedrigenergiehaus beispielsweise keine konkreten Richtwerte einhalten, sollte jedoch deutlich unter dem Verbrauchswert liegen, der rechtlich zugelassen ist.

Das Nullenergiehaus muss so energieeffizient sein, dass der Verbrauch den Energiegewinn (beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage) im Jahresdurchschnitt nicht überschreitet. Oftmals wird hierbei jedoch die Energie ausgeklammert, die zum Bau des Hauses benötigt wird (die sogenannte Graue Energie). Daher kann es auch einige Jahre dauern, bis ein richtiger Ausgleich stattgefunden hat.

Beim Plusenergiehaus ist der Energieverbrauch so gering, dass mehr Energie produziert als verbraucht wird, beispielsweise durch eine Solaranlage. Das Energiehaus zeichnet sich durch eine optimale Wärmedämmung aus, die Energieverluste so gut wie möglich vermeidet. Zudem wird der Energiebedarf meist aus selbst gewonnenen Quellen gedeckt. Auch hier gibt es keine festen Standards, die ein Haus zu einem Plusenergiehaus machen. Überschüssige Energie können Sie zudem ins Stromnet abgeben.

Wenn Sie sich die Maßnahmen fördern lassen möchten, müssen Sie die Vorgaben des Geldgebers einhalten. So bietet die KfW beispielsweise spezielle Baufinanzierungen für nachhaltiges Bauen an, jedoch müssen dann auch die Standards erfüllt werden, die die KfW-Haus vorgibt.

Wie individuell ist ein Energiehaus?

Generell haben Sie in der Gestaltung eines Energiehauses freie Hand. Meist zeichnen sich die Häuser jedoch durch eine einfache Bauweise aus, da zu viel (oft unnötiger) Schnickschnack durch die Beschaffung wiederum Energie verbraucht. Es empfiehlt sich zudem, große Fenster auf der Südseite zu positionieren, die auch im Winter Sonnenlicht einfangen können und zur natürlichen Erwärmung beitragen. Außerdem kann ein Wintergarten ein zusätzlicher Wärmespeicher sein.

Auch wenn das energieeffiziente Bauen einige Faktoren für die Gestaltung vorgibt, hat man als Immobilienbesitzer dennoch vielfältige Möglichkeiten, das Energiehaus nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zu gestalten und es zu seinem Traumhaus zu machen.

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

PRO
CONTRA
Nachhaltiges Wohnen zum Schutz der Umwelt
Teurere Anschaffungskosten
Geringerer Energieverbrauch bzw. -überschuss entlastet den Geldbeutel
Energiebilanz oftmals erst nach Jahren ausgeglichen
Neuster Stand der Technik kann umgesetzt werden
Intensivere Wartung der Anlagen
Unabhängigkeit dank Selbstversorgung
Zu starke Dämmung kann zu Feuchtigkeitsbildung führen
Ganzjährig gutes und ausgeglichenes Raumklima
Kredite können gefördert werden (günstige Zinsen oder Zuschüsse)



Wer heutzutage baut oder renoviert, sollte die Nachhaltigkeit immer im Hinterkopf haben. Damit können Sie nicht nur bares Geld einsparen, sondern auch dazu beitragen, die Umwelt zu schonen. Dank vielfältiger Förderungsmöglichkeiten können Sie zudem zusätzlich günstig an ein Energiehaus kommen. Generell lohnt es sich, die aktuelle Gesetzeslage bezüglich Energieeffizienz immer im Auge zu behalten, um auf dem neusten Stand zu sein, wenn Sie mit dem Bau beginnen.