Nach der Trennungen wird das gemeinsame Haus oft verkauft

Betrachtet man die Zahlen des Statistischen Bundesamts, so kommt man zu dem Schluss, dass das verflixte siebente Jahr inzwischen auch „das verflixte zwanzigste Jahr“ heißen könnte. Von allen Trennungen, die im Jahr 2012 vollzogen wurden, entfielen fast 30 Prozent auf Ehen, die 20 Jahre oder länger hielten. Damit verdoppelte sich die Zahl der Über-50-Jährigen, die sich scheiden ließen, innerhalb von zwei Jahrzehnten nahezu. Damit ist der Mythos obsolet, dass lange währende Ehen weniger oft geschieden werden.

Nach einer solchen Trennung wird das gemeinsame Haus oft verkauft und die ehemaligen Partner suchen sich eigene Wohnungen. Das klingt einfacher, als es oft ist. Das Haus zu verkaufen, ist nicht das Problem. Eine neue Wohnung zu finden, gestaltet sich da schon schwieriger. Vor allem in Regionen mit hohem Einfamilienhaus-Anteil eine für Singles geeignete Eigentumswohnung zu finden, ist oft nicht leicht.

Was hat der Trend zur späten Scheidung zur Folge?

Scheidungen und Umzüge aus beruflichen Gründen sind die Hauptursachen für vorzeitige Wohnungs- und Hausverkäufe. Immer mehr Paare bemerken auch nach langjähriger Ehe, dass die Beziehung nicht mehr funktioniert und wagen den Schritt zur Trennung. Dieser Trend bleibt auf den Wohnimmobilienmärkten nicht unbemerkt. Mehr und mehr Eigenheime kommen dadurch vorzeitig auf den Markt. Vor allem im Umland von deutschen Großstädte werden wieder viele Einfamilienhäuser frei, die durch die hohen Mieten und das knappe Angebot an großen Wohnungen in den Innenstädten vor allem für junge Familien mit Kindern attraktiv sind.

Die ehemaligen Ehepartner teilen zwar den gemeinsamen Besitz auf und ziehen jeder für sich in meist kleinere Wohnungen, aber mindestens einer der Expartner möchte oft wegen der sozialen Kontakte im vertrauten Wohnumfeld bleiben. So steigt die Nachfrage nach kleineren Wohnungen in den Vorortgemeinden zunehmend. Da in den Vorortgürteln vor allem Drei- und Vierzimmerwohnungen gebaut wurden, gibt es dort noch nicht genug kleinere Wohnungen, um die stetig wachsende Nachfrage abzudecken. Auch viele Senioren, deren Partner stirbt, wollen meist in der bekannten Umgebung bleiben und benötigen in diesem Lebensabschnitt eine kleinere Wohnung für sich.

Die meisten der Expartner sind finanziell in der Lage, nach Trennung und Hausverkauf eine eigene Wohnung zu erwerben. Ob sie das tun, hängt von mehreren Faktoren ab, wie zum Beispiel, ob sie das durch den Immobilienverkauf freigesetzte Kapital nutzen wollen, um sich im Alter einen höheren Lebensstandard zu sichern oder sich nicht an Wohneigentum binden wollen, weil sie darauf hoffen, einen neuen Partner zu finden. Experten weisen darauf hin, dass die Deutschen sich bei Scheidungen nicht am Immobilienmarkt orientieren, sondern sich auch in ökonomisch ungünstigen Zeiten trennen.

Fazit

Bedenkt man jedoch die historische Bauzinsenentwicklung und geht nicht von einer unwahrscheinlichen Trendwende aus, so wird sich ein Immobilienkauf auch nach der Trennung nicht als Verlust herausstellen und günstige aktuelle Bauzinsen können als Fundament für die Absicherung beider Lebenspartner genutzt werden.

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