Sollzins und Effektivzins

EffektivzinsWer nach einer Immobilienfinanzierung oder einem Ratenkredit sucht, wird früher oder später auf zwei Prozentzahlen stoßen: den Sollzins und den Effektivzins. Beide werden bei den Finanzierungsangeboten genannt und sind auch im Bauzinsen Vergleich zu finden. Viele Menschen wissen nicht genau was diese beiden Zinssätze aussagen und verwenden die beiden oft gleichwertig, doch zwischen den beiden gibt es einen entscheidenden Unterschied: Sollzins und Effektivzins sind nicht das gleiche!

Sollzins – Effektivzins: Was ist der Unterschied?

Bevor aber auf die Unterschiede zwischen den beiden Zinsarten eingegangen wird, sollen diese kurz erklärt werden. So wird zum einen ihre Funktion als auch die Unterschiede deutlicher.

Was sind Sollzinsen?

Wer sich Geld bei der Bank leiht, muss für diesen Service zahlen. Als „Leihgebühr“ für das Geld werden Zinsen erhoben. Diesen nennt man Sollzins, früher auch Nominalzins genannt. Die Sollzinsen werden in Prozent angegeben und drücken aus, wie viel der Darlehensnehmer für den Kredit an Zinsen zu zahlen hat. Er unterliegt dem allgemeinen Marktniveau und wird von der europäischen Zinsentwicklung beeinflusst.

Was ist der effektive Jahreszins?

Der Effektivzins, auch effektiver Jahreszins genannt, zeigt die realen Kosten eines Kredits oder Darlehens an. Er gibt den Preis eines Kredits an, in dem alle sonstigen Kosten einbezogen werden müssen. Wie man den Effektivzins berechnen muss, ist gesetzlich verankert. Das bedeutet, dass alle Kreditgeber diesen auf die selbe Art berechnen und keine Zahlentricksereien möglich sind.

Dies dient dem Schutz der Verbraucher, die so einen vergleichbaren Wert erhalten und nicht mit Lockangeboten und versteckten Kosten geködert werden können. Da allen Effektivzinssätzen die selbe Rechenformel zugrunde liegt, können Kosten ideal verglichen werden.

Effektivzins entscheidend

Bei der Suche nach einem Baudarlehen oder einem Kredit, ist es also sinnvoll vor allem auf den effektiven Jahreszins zu achten. Schließlich gibt dieser nicht nur die Kreditzinsen an, sondern auch alle zusätzliche Kosten. Derzeit liegen Soll- und Effektivzins sehr nah beieinander. Dies liegt vor allem im Wegfall der Bearbeitungsgebühr. Diese wurde bis vor einigen Jahren noch erhoben und in den Effektivzins mit einberechnet. Im Moment sind die Zusatzkosten bei einem Darlehen sehr gering, wodurch sich die beiden Zinssätze annähern.

Zinsen nicht einziges Entscheidungsmerkmal

Zwar wird es mit dem effektiven Jahreszins einfacher die Preise von Finanzierungen zu vergleichen, allerdings sollte man sich nicht allein auf diese konzentrieren. Auch wenn die Kosten letztlich entscheidend sind, gehören weitere Details zu einer guten Baufinanzierung. Konditionen wie Sondertilgungen, Beleihungsgrenzen sowie flexible Anpassungsmöglichkeiten sollten in den Entscheidungsprozess mit aufgenommen und zusätzlich zu den Zinsen beurteilt werden.