Welche Baufinanzierung eignet sich am besten?

Paar zeigt durch Baufinanzierung realisiertes HausDie Wege zum Eigenheim sind vielfältig. Es gibt eine Fülle an Produkten, mit denen man sich eine Immobilie finanzieren kann. Dabei ist nicht jede Form für jeden geeignet. Doch welche Baufinanzierung bietet sich an? Die bekanntesten Formen der Baufinanzierung sind das klassische Annuitätendarlehen und der Bausparvertrag. Doch immer neue Formen kommen auf den Markt, teils mehr, teils weniger sinnvoll und sicher. Der Schritt, für welche Baufinanzierung man sich entscheidet, ist oft nicht leicht zu treffen. Bauzinsenaktuell zeigt Ihnen, welche Wege in die Baufinanzierung es gibt und ob sich diese im Vergleich zur klassischen Baufinanzierung überhaupt lohnen.

Annuitätendarlehen noch immer der Klassiker

Die klassische Baufinanzierung in Form eines Darlehens ist noch immer die beliebteste Form für Immobilienkäufer. Das liegt zum Einen in der einfachen Verfügbarkeit (fast jede Universalbank bietet heute eine Baufinanzierung und das meist online) und zum Anderen am unkomplizierten Aufbau der Immobilienfinanzierung. Das Annuitätendarlehen ist verlässlich, da man genau weiß, welchen Zinssatz man über welchen Zeitraum hinweg bezahlen muss. Anschließend bietet sich neue Flexibilität durch eine Anschlussfinanzierung.

  • Pro: Verlässlichkeit und Planbarkeit, günstige Bauzinsen, nach 10 Jahren Zinsbindung Wechsel möglich
  • Contra: Lange Laufzeiten, Restschuld am Ende der Zinsbindung
  • Geeignet für: Kunden mit hohem Sicherheitsbedürfnis, die vorzeitig planen wollen und derzeitige günstige Bauzinsen ausnutzen wollen.

Die Familienhypothek

Viele Banken bieten mittlerweile vergünstigte Darlehen für Familien mit Kindern an. Meist wird pro Kind ein Zinsabschlag auf den Basiszins gegeben. Voraussetzung ist jedoch, dass die Immobilie selbst genutzt wird. Oft gelten die Abschläge aber nur für eine gewisse Zeit, meist fünf Jahre. Viele Banken bieten auch die Option, für ungeborene Kinder einen Zinsabschlag zu bezahlen.

  • Pro: Gleiche Form wie klassisches Annuitätendarlehen, aber mit Zinsvorteil.
  • Contra: Viele Banken setzen höhere Zinsen an als Mitbewerber, wodurch das Darlehen nicht günstiger wird.
  • Geeignet für: Familien mit vielen Kindern

8-plus-5-Darlehen

Diese Art der Finanzierung hält sich an fest vorgeschriebene Laufzeiten. Der Zinssatz ist für 13 Jahre fest. Nach 8 Jahren bietet sich jedoch die Möglichkeit, das Darlehen komplett zu tilgen oder auf ein anderes Darlehen umzuschulden. Wenn nicht, läuft die Zinsbindung noch einmal 5 Jahre weiter.

  • Pro: Gute Planbarkeit, Orientierung an aktuellen Niedrigzinsen
  • Contra: Selten verfügbar
  • Geeignet für: Personen, die mit einer größeren Summe Geld in den kommenden Jahren rechnen (z.B. aus einem Erbe), um das Darlehen nach 8 Jahren zurückzuzahlen.

Volltilgerdarlehen

Das Volltilgerdarlehen ist eine Baufinanzierung ohne Anschlussfinanzierung. Innerhalb der Zinsbindung wird die Tilgung so erhöht, dass man am Ende der Laufzeit keine Restschuld mehr hat.

  • Pro: Genaue Planbarkeit, schnelle Abzahlung mit günstigeren Gesamtkosten
  • Contra: Hohe monatliche Rate
  • Geeignet für: Personen mit hohem sicheren Einkommen und genug Eigenkapital

Bausparkombidarlehen oder Konstantdarlehen

Das Bausparkombidarlehen ist eine Kombination aus Baudarlehen und Bausparvertrag. Der Darlehensnehmer zahlt sowohl die Zinsen des Darlehens als auch Geld auf das Bausparkonto ein. Anschließend wird der Kredit mit dem Bauspardarlehen getilgt. Das Konstantdarlehen ist ähnlich aufgebaut, dauert jedoch meist wesentlich länger zu geringeren Monatsraten.

  • Pro: Konstante Monatsrate, komplette Tilgung bis Laufzeitende
  • Contra: Undurchsichtige Kosten durch die Kombination aus beiden Produkten
  • Geeignet für: Personen, die genügend finanzielle Mittel zum gleichzeitigen Besparen eines Bausparvertrags haben.

Vollfinanzierung

Rund 20-30% Eigenkapital sollte ein Immobilienkäufer in die Baufinanzierung bringen. Dadurch entstehen dem Kunden geringere Kosten und günstigere Konditionen. Wer diese Eigenleistung nicht erbringen kann, muss eine Vollfinanzierung wählen. Hierbei wird 100% der benötigten Geldsumme finanziert, meist mehr als die Immobilie selbst kostet, da auch Nebenkosten, Notar- und Maklerkosten etc. einkalkuliert werden müssen.

  • Pro: Kein Eigenkapital notwendig
  • Contra: Höhere Zinsen und Gesamtkosten
  • Geeignet für: Personen, die kaum Rücklagen, aber genug monatliches Einkommen haben und sehr langfristig planen können

Variables Darlehen

Bei dieser Art der Baufinanzierung erhalten Kunden keinen dauerhaft festen Zins, sondern einen Zinssatz, der sich am EURIBOR orientiert. Zu diesem Zinssatz leihen sich die Banken untereinander Geld und dieser wird regelmäßig angepasst. Der Darlehenszins wird alle drei, sechs oder zwölf Monate an die aktuellen Zinsen angepasst. In dieser Zeit kann der Kunde das Darlehen auch vollständig tilgen oder in ein Festzinsdarlehen umwandeln lassen.

  • Pro: Hohe Flexibilität
  • Contra: Abhängigkeit von Marktzinsen, hohe Zinsanpassungsfrequenz
  • Geeignet für: Kunden, die sehr flexibel bleiben wollen und sich alle Türen offenlassen wollen.

Kombidarlehen

Das Kombidarlehen vereint ein normales Annuitätendarlehen mit festem Zins und ein variables Darlehen mit Anlehnung an den EURIBOR.

  • Pro: Flexibilität vereint mit Sicherheit, aufgeteilt auf je 50%
  • Contra: Unterschiedliche Laufzeiten und Unsicherheit über Zinsentwicklung
  • Geeignet für: Kreditnehmer, die von den Vorteilen beider Darlehensarten profitieren wollen, sich aber nicht komplett festlegen wollen.

Bausparvertrag

Zum Schluss noch ein Klassiker: Der Bausparvertrag. Hier spart der Kunde zunächst einen Teil der Darlehenssumme selbst an und erhält Guthabenzinsen, später erhält er den kompletten Wunschbetrag als Darlehen ausgezahlt und tilgt dieses anschließend zu den vorab vereinbarten Konditionen.

  • Pro: Flexible Laufzeiten, Kreditsummen mit vorab festgelegten Zinsen
  • Contra: Wartezeit bis zur Zuteilungsreife des Bausparvertrags
  • Geeignet für: Sparer, die monatlich etwas beiseite legen wollen und ihre Immobilie erst in einigen Jahren kaufen wollen.

Fazit: Es gibt viele unterschiedliche Arten, um eine Immobilie zu finanzieren. Je nachdem, welche Baufinanzierung man wählt, sollte man sich auf die verschiedenen Eigenschaften einstellen. Nicht jede Baufinanzierung eignet sich für jeden Kundenkreis. Mit der klassischen Baufinanzierung in Form eines Annuitätendarlehens sind Kunden jedoch generell gut beraten, da der Aufbau unkompliziert ist. Passende Angebote finden Sie im Bauzinsenvergleich.

Quelle: Manager Magazin

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