Bauzinsen Entwicklung

Der deutsche Immobilienmarkt boomt. Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern ist enorm. Gleichzeitig sind die Immobilienzinsen auf einem historischen Tief. Selten war es zu so günstigen Konditionen möglich, sich den Erwerb der eigenen vier Wände zu leisten. Auch wer ein Haus bauen will, freut sich über jeden Prozentpunkt weniger bei den Bauzinsen. Je niedriger die Baufinanzierungszinsen sind, desto günstiger kann man sich den Traum vom Eigenheim erfüllen.

Bauzinsenentwicklung seit 2011

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Ein Blick auf das Chart der Bauzinsen Entwicklung der letzten fünf Jahre zeigt, dass der durchschnittliche Sollzins für Baufinanzierungen stetig gesunken ist. Der Abwärtstrend hat zu Beginn des Jahres 2015 seinen bisherigen Tiefstpunkt erreicht. Seitdem ist ein leichter Zinsanstieg zu verzeichnen. Dennoch bleiben die aktuellen Bauzinsen verglichen mit der Langzeit-Bauzins-Entwicklung auf einem konstant niedrigen Niveau.

Der Abfall der Zinswerte ist unabhängig von der Zinsbindungsfrist. Egal ob eine Sollzinsbindung von 10 oder 20 Jahren – die Ausschläge in der Zinskurve sind sehr nah beieinander. Dies liegt daran, dass die Einflussfaktoren des allgemeinen Zinsmarktes sich stärker auswirken, als es bei den Besonderheiten der Zinsbindung der Fall ist. Die Ursachen für den Abfall der Zinsen liegen in den Anpassungen des Leitzinses und der Niedrigzinspolitik der EZB begründet.

Rekordtief in der Bauzinsentwicklung – wie kam es dazu?

Um ein korrektes Bild der Zinsentwicklung und ihrer Ursachen zu erhalten, müsste man die globalen wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre bis Jahrzehnte einbeziehen. Besonders die zunehmende Globalisierung macht dies zu einem schwerem Unterfangen. Eine detaillierte Analyse ist nur für Finanzexperten nachvollziehbar, zu zahlreich sind die Einflussfaktoren. Auf einige wesentliche Punkte herab gebrochen, kann man aber sagen, dass es zwei Faktoren gibt, die zur abwärts gerichteten Zinsentwicklung führten: Die Finanzkrise von 2008 sowie die derzeitige wirtschaftliche Lage der Mitgliedsländer der Europäischen Union.

Maßnahmen der Europäischen Zentralbank

Die Europäische Zentralbank, kurz EZB, ist verantwortlich für die Geldpolitik der Europäischen Union. Sie hat zahlreiche Aufgaben, die alle mehr oder weniger die Finanzpolitik Europas beeinflussen. Eine der wichtigsten Aufgaben, ist für eine stabile Währung zu sorgen. Außerdem sind die Vermeidung von Inflation und Deflation die Hauptziele einer Zentralbank.

Die besondere Herausforderung für die EZB besteht darin, dass innerhalb der Europäischen Union viele verschiedene Länder mit unterschiedlichen wirtschaftlichen Problemen in einer Währungsunion zusammen gefasst sind. Um für alle Mitgliedsstaaten die Wirtschaft zu stabilisieren, ist die EZB in den letzten Jahren dazu übergegangen, den Leitzins stetig zu senken. Dies hat nicht nur Einfluss auf die allgemeine wirtschaftliche Lage sowie alle Zinsen und die meisten Finanzprodukte, sondern eben auch insbesondere auf die Bauzinsentwicklung.

Der Leitzins: Wegweiser für die Bauzinsentwicklung

Der Leitzins ist das wichtigste Finanzinstrument der Europäischen Zentralbank. Mit ihm kann die EZB direkten Einfluss auf die Geldpolitik nehmen und wirkt so auch auf die Zinsbildung und das Angebot der Banken ein. In unregelmäßigen Abständen setzt die EZB die Leitzinsen fest, zuletzt im März 2016 auf den bisher niedrigsten Wert. In den Medien wird dabei meist der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz präsentiert. Es gibt aber noch weitere Leitzinssätze. Aber warum sind diese Werte so entscheidend? Für den Laien sind die komplexen Zusammenhänge nur schwer nachzuvollziehen, man kann aber mit einer vereinfachten Darstellung einen Eindruck gewinnen.

Leitzinsänderungen seit 2008

Die Anpassungen der EZB am Leitzins finden in unregelmäßigen Abständen statt. Zur Stabilisierung der europäischen Wirtschaft wurde der Leitzins mehrfach gesenkt, bis zum heutigen Rekordtief. Die Verlaufslinie verdeutlicht den Abwärtstrend seit 2008.





So beeinflusst der Leitzins die Kredit- und Anlagezinsen für Privatanleger

Der Leitzins setzt fest, zu welchem Zinssatz sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können. Je höher der Leitzins, desto mehr Zinsen müssen die Banken an die EZB zahlen. Das geliehene Geld geben Banken in Form von Krediten an ihre Kunden weiter – ebenso wie die Zinskosten.

Gleiches gilt, wenn die Banken Geld bei der EZB parken. Wie bei einem Sparkonto können Banken Geld für einige Zeit bei der EZB deponieren und erhalten dafür Guthabenzinsen. Das Geld dass die Banken parken erhalten sie von ihren Kunden, die in Sparkonten der Bank einzahlen. Wenn Kunden sparen, geben sie den Banken Geld zur Verwahrung und erhält Zinsen. Diese Zinsen sind abhängig davon, wie viel Zinsen die Bank von der EZB für das Deponieren des Guthabens erhält.

Hoher Leitzins – niedriger Leitzins

Je nachdem ob der Leitzins niedrig oder hoch ist, hat das Einfluss auf die Banken und dadurch auch auf den Verbraucher. Bei hohem Leitzins, ist es teuer für die Banken sich Geld zu leihen, entsprechend sind auch Kundenkredite teuer und werden weniger häufiger aufgenommen. Dafür freuen sich Sparer, denn alle verzinsten Anlageformen machen Gewinn. Ein niedriger Leitzins hingegen macht es extrem günstig, sich Geld zu leihen. Die günstigen Zinsen werden dann an die Kunden weiter gegeben. Sparer haben bei niedrigem Leitzins allerdings das Nachsehen.

Was bewirkt der niedrige Leitzins?

Die Frage, warum die EZB eine Niedrigzinsphase eingeläutet hat, ist relativ einfach zu beantworten: Zur Stärkung der Konjunktur und zur Förderung der Wirtschaft. Einige europäische Länder benötigen dringend wirtschaftlichen Aufschwung und dies soll durch die Leitzinssenkung erleichtert werden. Wenn Banken sich günstig Geld leihen können, geben sie dieses auch gerne günstig an ihre Kunden weiter. In Form von Krediten und Baufinanzierungen. Die Kunden geben dieses Geld aus, sie investieren und konsumieren. Dadurch erhöht sich die Nachfrage an Konsumgütern und Dienstleistungen und die Wirtschaft kommt in Schwung.

Zusätzlich bringt es bei niedrigen Zinsen kaum etwas, Geld anzulegen. Lukrativer ist es, das Geld zu investieren. Nicht nur für Privatpersonen. Auch Unternehmen werden durch billige Kredite und schlechte Anlagezinsen dazu animiert, in neue Projekte zu investieren. So entsteht Wirtschaftswachstum.

Auswirkungen für die Bauzinsen Entwicklung

Da die Veränderungen am Leitzins Auswirkungen auf alle Arten von Zinsen innerhalb einer Wirtschaftsgemeinschaft haben, ist auch die Entwicklung der Bauzinsen davon betroffen. Da alle Kreditarten günstig sind, und sich alle Banken von der EZB zu guten Konditionen Geld leihen können, tut der Konkurrenzkampf der Banken sein übriges dazu, dass die Bauzinsen ein gewisses Niveau nicht übersteigen.

Allerdings gibt es speziell bei Baufinanzierungen noch weiter Punkte zu beachten. Da Immobilienkredite sehr lange Laufzeiten haben, unterliegen sie zum einen nicht so stark den kurzfristigen Schwankungen in der Zinsentwicklung. Zum anderen sind Baufinanzierungen in Deutschland noch speziell gesichert und werden von Banken auf anderem Wege finanziert.

Pfandbriefe als Indikator für Bauzinsentwicklung

In Deutschland ist es üblich, dass Banken die Baufinanzierungen zu einem großen Teil über die Herausgabe von Hypothekenpfandbriefen finanzieren. Diese Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere und können von Anlegern erworben werden. So fließt der Bank Geld zu, dass sie an Kunden in Form einer Baufinanzierung weitergibt. Als Sicherheit hinterlegt der Kunde die erworbene oder gebaute Immobilie. Die Bauzinsen, die der Kunde an die Bank zahlt, werden neben einem Abzug, der als Ertrag für die Bank bleibt, als Guthabenzinsen an die Pfandbriefinhaber weitergegeben. So entsteht ein Zins- und Finanzierungskreislauf.

Die Pfandbriefkurve






Das Interessante daran ist, dass sich so anhand der Pfandbriefzins-Entwicklung auch die Bauzinsenentwicklung ablesen lässt. Beide Zinssätze sind zwar abhängig vom Leitzins, orientieren sich aber auch aneinander, da sie sich gegenseitig refinanzieren. So kann man auch in den Entwicklungen deutliche Parallelen feststellen.

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken setzt täglich neu die sogenannte Pfandbriefkurve fest. Sie zeigt die Durchschnittswerte der aktuell vergebene Pfandbriefzinsen an. Die Daten liefern bestimmte Mitgliedsinstitute. So können Veränderungen jederzeit registriert werden. Vergleicht man die Kurve der Pfandbrief-Entwicklung und die der Bauzins-Entwicklung wird sehr schnell deutlich, dass beide sich sehr stark ähneln. Daher wird die Pfandbriefkurve auch gerne dazu herangezogen, um Trends in der Bauzins-Entwicklung zu erkennen und um eine Bauzinsen Prognose zu machen.

Bauzinsen Entwicklung der Zukunft unklar

Auch wenn gerade im Internet immer wieder Versuche zu finden sind, eine Entwicklungskurve der zukünftigen Bauzinsentwicklung zu machen, sind diese Abbildungen mit Vorsicht zu genießen. Eine exakte Vorhersage der Bauzinsen lässt sich selbst von Finanzexperten nicht anfertigen. Änderungen der wirtschaftlichen oder politischen Lage können jederzeit die EZB dazu veranlassen, Änderungen am Leitzins vorzunehmen und so alle Vorhersagen zunichte machen.

Anhand von Daten der letzten Jahre oder Jahrzehnte erhält man aber einen Überblick über die bisherige Bauzinsen Entwicklung. Insbesondere die Bauzinsen Entwicklung 2014 läutete eine Niedrigzinsphase ein, so dass seitdem sehr günstige Immobilienfinanzierungen erhältlich sind.

Experten gehen davon aus, dass sich das derzeitige Bauzinsenniveau nicht auf Dauer halten und es langfristig wieder zu Steigungen beim Zins kommen wird. Auch wenn diese Gefahr bei der Bauzinsentwicklung aktuell eher unwahrscheinlich erscheint, sollte man auf Veränderungen bei den maßgebenden Indikatoren achten, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können, bevor die Bauzinsen wieder steigen.

Zinsentwicklung positiv für Investitionen

Zukünftige Bauherren und Kreditnehmer freuen sich über das niedrige Leitzinsniveau. Die Leitzins Entwicklung befeuert Zinssenkungen in allen Bereichen. Was Anleger ärgert, ist für Kunden mit Bau- oder Renovierungsabsicht ein Grund zur Freude. Viele nutzen daher die Gelegenheit und sichern sich günstige Darlehen. Wer noch keine konkreten Pläne hat kann mit einer Baufinanzierung mit Bausparvertrag sich die günstigen Bauzinsen für die Zukunft sichern. Wer eine reine Baufinanzierung abschließt, kann sich durch eine lange Zinsbindung vor eventuell wieder höheren Zinsen in der Zukunft schützen. Auch eine Umschuldung einer Baufinanzierung kann sich bei niedriger Vorfälligkeitsentschädigung noch lohnen. Stets tagesaktuelle Bauzinsen lassen schnell und einfach in einem Bauzinsen Vergleich abrufen.