Geplatzter Immobilienkredit: Wenn Banken doppelt kassieren

Was passiert bei Zahlungsunfähigkeit?

Es ist keine schöne Angelegenheit, wenn eine Baufinanzierung platzt. Sind Kreditnehmer plötzlich zahlungsunfähig, wird es für die meisten ungemütlich. Sie müssen der Bank die Restschuld zurückzahlen, was meist nur durch eine Zwangsversteigerung der Immobilie geht. Der Auszug aus den eigenen vier Wänden ist dann unvermeidbar. Für die Kreditnehmer ergeben sich hier nicht nur emotionale, sondern auch finanzielle Sorgen und Nöte. Viele Banken scheinen diese Situation auszunutzen und kassieren mehrfach von ihren Kunden.

Wie Banken sich entschädigen lassen

Vorfälligkeitsentschädigung

Wann muss sie geleistet werden?

  • Bei vorzeitiger Kündigung durch den Kreditnehmer
  • Nichtabnahmeentschädigung bei nicht ausgezahlten Krediten

Außer: Sonderkündigungsrecht:

  • Fristgerechte Kündigung nach 10 Jahren Zinsbindung ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich

Für Banken bedeutet der vorzeitige Ausfall eines Kredits immer einen finanziellen Verlust. Sie vergeben den Immobilienkredit in der Annahme, dass über die gesamte Laufzeit die Raten mit Zinsen bezahlt werden. Ist dies nicht mehr der Fall, lassen die Banken sich diesen Ausfall bezahlen. Neben der übrigen Restschuld kassieren viele Banken noch Vorfälligkeitsentschädigung und Verzugszinsen sowie Bearbeitungsgebühren. Die Kosten können sich auf mehrere tausend Euro belaufen. Besonders bei den hohen Summen von Baufinanzierungen sind die Zusatzzinsen vergleichsweise hoch und nicht als Peanuts anzusehen.

Modellfall könnte Schule machen

Konkret hatte eine Familie aus NRW gegen die hohen Zusatzkosten ihrer Bank geklagt. Ihr war auf die Restschuld von 236.678 Euro noch 16.164 Euro Vorfälligkeitsentschädigung und 14.554 Euro Verzugszinsen berechnet worden. Die Familie hatte Klage eingereicht und kam bis vor den Bundesgerichtshof. Die Argumentation während der Verhandlung: Banken stünden eigentlich neben der Rückzahlung der Restschuld nur noch Verzugszinsen zu. Die Bank hatte doppelte Strafzinsen verlangt. Bevor es zu einem Urteil kommen konnte, lenkte die Bank ein, um keine Präzedenzfall zu kreieren, der Schule machen könnte. Sie erstattete die Vorfälligkeitsentschädigung zurück.

Bitterer Beigeschmack der Verhandlungen

Auch wenn die Familie ihr Geld zurückerhalten hat, so ist doch kein rechtskräftiges Urteil gefallen, weil die Parteien sich schon vorab einigen konnten. Experten gehen davon aus, dass dahinter das Kalkül der Bank steht, den Fall nicht publik zu machen und weitere Klagen von Kunden heraufzubeschwören. Doch da der Fall nun in den Medien und speziell über die Stiftung Warentest verbreitet wurde, könnte vielen Banken schon bald eine Klagewelle drohen.

Wie können sich Kreditnehmer zur Wehr setzen?

Auch wenn es kein allgemeingültiges Urteil gibt, sollten Kreditkunden ihre Verträge prüfen und nachrechnen, was sie bezahlt haben, wenn ihr Immobilienkredit vorzeitig beendet werden musste. Zwar ist nicht sicher, ob man vor Gericht Recht bekommt, doch die Aussichten sind gut. Viele Anwälte wollen Sammelklage einreichen.
Wer in der Vergangenheit zu viel bezahlt hat, sollte folgende Tipps beachten:

  • Rückzahlungsinformationen nach Platzen des Kreditvertrags prüfen: Wurden Verzugszinsen UND eine Vorfälligkeitsentschädigung ausgewiesen?
  • Verzugszinsen dürfen nicht höher als 2,50% vom Basiszinssatz liegen
  • Informationen zum eigenen Fall gibt es bei der Verbraucherzentrale
  • Auch bereits komplett zurückgezahlte Forderungen können nachträglich zurückerstattet werden
  • Sammelklage anschließen
  • Eigene Kündigung schützt nicht vor Zahlung: Wer aus eigenen Stücken die Immobilienfinanzierung vorzeitig kündigt, muss eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Auch das Provozieren einer Kündigung seitens der Bank durch Einstellung der Zahlung sollte nicht ausgeübt werden. Dies könnte vor Gericht sogar als Betrugsversuch gelten.

Generell sollten Kunden vor Schließung eines Kreditvertrags faire Bedinungen heraushandeln und die Rückzahlungsmodalitäten vorab prüfen.

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Baupreisindex: Baupreise steigen an

Der Preis für Immobilien ist ebenso interessant wie die derzeitigen Bauzinsen. Niedrige Zinsen können einen zu hohen Kaufpreis wieder zunichte machen. Daher ist es besonders wichtig, dass beide Faktoren beim Hauskauf beachtet werden und man sich nicht zu sehr auf die günstigen Bauzinsen allein verlässt. Der Baupreisindex wird von zukünftigen Hausbauern gern als Referenz herangezogen, um zu ermitteln, wie viel sie für ihr Haus ausgeben müssen. Wie haben sich die Baupreise entwickelt? Und kann man eine Zukunftsprognose abgeben, wie erschwinglich das Bauen in den kommenden Jahren sein wird?

Wie wird der Baupreisindex festgesetzt?

Der Baupreisindex wird vom Statistischen Bundesamt im Abstand von drei Monaten, also viermal jährlich, ermittelt und veröffentlicht. Die Landesämter liefern die erforderlichen Daten an das Bundesamt, die daraus die Entwicklung der Preise für verschiedene Leistungen ermittelt und in Relation zu vergangenen Preisen setzt. Der Baupreisindex setzt sich aus verschiedenen Einzelkategorien zusammen, die jeweils separat ermittelt und berechnet werden. Dazu gehören:

  • Neubau von Wohn- und Bürogebäuden, sowie Gewerbebauten
  • Neubau von Einfamilienhäusern
  • Neubau im Tiefbau
  • Instandhaltung von Gebäuden

So wird gerechnet

Mädchen mit Modell-NeubauAls Grundlage für die Ermittlung dienen verschiedene Bauleistungen. Dazu werden 5.000 repräsentative Unternehmen im Baugewerbe befragt. Diese übermitteln die Kosten ihrer Bauleistungen an die Landesämter, die diese wiederum an das Statistische Bundesamt weitergeben. Aus diesen Daten wir der Baupreisindex berechnet. Im Abstand von 5 Jahren werden die Gewichtungen neu gesetzt und an die sich ändernden Strukturen angepasst. Dadurch sollen nur reine Preisveränderungen gemessen werden, da Mengenveränderungen ausgeschlossen werden. Vier Mal im Jahr wird der Wert dann veröffentlicht. Ähnlich werden auch aktuelle Hypothekenzinsen für Hypothekenpfandbriefe ermittelt.
Der Wert wird an einem Basiswert gemessen, der in einem bestimmten Referenzjahr ermittelt wurde. Derzeit ist das Referenzjahr das Jahr 2010. Hier ist der Originalwert 100.

Wozu dient der Baupreisindex?

Die Preise für den Hausbau sind sehr individuell. Oft kann kaum ermittelt werden, welche Kosten wirklich anfallen und wie hoch diese sind. Der Baupreisindex soll helfen, eine allgemeine Tendenz auszumachen und diese als Grundlage für den eigenen Hausbau heranzuziehen. Doch auch für Käufer ist der Wert interessant, da man daran den Wert einer Immobilie messen kann. Auch für Versicherungen, beispielsweise die Gebäudeversicherung, kann ein Blick auf den Baupreisindex helfen, um die Höhe der Versicherung besser einschätzen zu können.

Wie hoch ist der aktuelle Baupreisindex?

Beim Statistischen Bundesamt können die Werte bis ins Jahr 2000 zurückverfolgt werden. Hier wird jeweils zwischen Wohngebäuden, Bürogebäuden und Gewerblichen Gebäuden unterschieden. Ein Blick auf die quartalsweise Entwicklung zeigt, dass der Baupreisindex immer weiter gestiegen ist. In Referenz zum Wert 100 aus dem Jahr 2010 lag der Index für Wohngebäuden im Jahr 2000 bei etwa 85, derzeit bei 109,6. Zum Vorjahresquartal fand ein Anstieg um 1,70 % statt. Damit ist der Preis zwar nicht so stark gestiegen wie in den Jahren davor (von 2011 bis 2013 lag die Quote zwischen 2 und knapp 3 %), doch auch weiterhin müssen Käufer damit und Hausbauer damit rechnen, dass die Preise steigen.

Bauzinsen werden dafür immer niedriger

Im Gegenzug dazu sinken jedoch die Bauzinsen immer weiter, die Bauzinsentwicklung geht also nach unten. Schon jetzt sind Bauzinsen im 1-Prozent-Bereich normal und es finden sich viele Baufinanzierungsanbieter wie die Commerzbank Baufinanzierung oder Interhyp, die günstige Bauzinsen vermitteln können. Wer sich vor weiteren Anstiegen der Immobilienpreise nach günstigen Finanzierungen umsehen will, sollte jetzt vergleichen und noch Geld sparen.

Günstige Anbieter finden im Bauzinsen Vergleich

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Der Immobilienkauf – keine rationale Entscheidung?

Eine Immobilie bedeutet für die meisten Deutschen nicht das große Geld, sondern steht für Unabhängigkeit. So ist auch bei Kapitalanlegern das Hauptaugenmerk nicht auf Profit gerichtet, sondern auf bleibende Werte, weshalb in der Regel auf Lage und Beschaffenheit des Objekts geachtet wird.
Die Mehrheit der Hauskäufer möchte ein sich ein schönes Zuhause schaffen, eine langfristige Bleibe, die nach den eigenen Wünschen gestaltet werden kann. Werte wie Sicherheit und Familie spielen hier eine höhere Rolle als Profit.

Top-Gründe für die eigene Immobilie

  • Selbstgestaltung nach eigenen Wünschen
  • Langfristigkeit
  • Unabhängigkeit von Miete
  • Vererbung des Eigentums
  • Sichere Kapitalanlage
  • Immobilie als Altersvorsorge

Immobilie als Vorsorge für das Alter

Ein Haus oder eine Eigentumswohnung bedeuten für die Käufer auf der einen Seite ein Stück Freiheit, auf der anderen Seite aber auch Sicherheit. Eine Rolle spielen diese Aspekte auch für die Altersvorsorge, für welche die Immobilien in Deutschland am häufigsten genutzt werden. Gerade, weil die Bevölkerung immer älter wird, wird sich das noch steigern. Stärker als die finanzielle Altersvorsorge gilt beim Hauskauf für die meisten der emotionale Aspekt. Wer ein Eigenheim besitzt, hat eine feste Bleibe bis ins hohe Alter. Dank vielfältiger Möglichkeiten, Immobilien auch altersgerecht zu gestalten, kann das Eigenheim auch im hohen Alter noch problemlos bewohnt werden. Ist die Immobilie gar komplett abgezahlt, herrscht zudem das gute Gefühl, den Nachkommen eine schuldenfreie Immobilie zu hinterlassen und somit auch die Kinder und Enkel finanziell unabhängig zu hinterlassen.

Nicht nur auf Emotionen achten

Zu emotional sollte man an den Kauf einer Immobilie jedoch nicht herangehen. Ob Altbau oder Neubau ist den meisten beim Immobilienkauf egal. Viele Anleger und Hauskäufer rechnen sich vorher nicht genau durch, wie viel sie ein Objekt, mit Notargebühr, Grundbucheintragung und Maklercourtage zusätzlich zum Kaufpreis, kostet, sondern lassen sich bei der Wahl der Immobilie von ihrem Instinkt leiten. Dies kann schnell zu Fehlkalkulationen führen. Durchgerechnet müssen die Kosten für die Immobilie und alle Nebenkosten jedoch für das Baudarlehen insgesamt reichen, denn der Nettodarlehensbetrag hängt davon ab. Zudem muss ein Tilgungsplan erstellt werden, bei dem das monatliche Einkommen sowie das Eigenkapital mit einfließen.

Machen Sie den Vergleich!

Beachtet werden muss dabei auch die Höhe der Zinsen. Darum sollte vor Abschluss der Baufinanzierung ein Bauzinsen Vergleich gemacht werden. Im Gegensatz zu anderen Geldanlagen kann die Immobilie sofort genutzt werden und anstatt es dem Vermieter zu geben, fließt das Kapital, abgesehen von den Bauzinsen, in die eigene Tasche. Ausschließlich an das Geld durch den Immobilienkauf als Kapitalanlage denkt laut „Immobilienbarometer“ von Immobilienscout24 und Interhyp jedoch nur jeder fünfte Deutsche.

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Eigenkapital bei der Baufinanzierung: Mehr ist weniger

Je mehr Eigenkapital, desto günstiger ist der Bauzins. Dennoch wollen immer mehr zukünftige Immobilienbesitzer ihre Baufinanzierung ohne Eigenkapital stemmen und suchen sich eine sogenannte Vollfinanzierung. Da die Bauzinsen so günstig ist, scheint dies endlich möglich zu sein. Die meisten Banken haben sich auf dieses Bedürfnis eingestellt und das nicht uneigennützig – sie verdienen kräftig mit, wenn jemand 100% des Kaufpreises oder mehr bei ihnen finanziert. Dass dies meist zu Lasten des Kreditnehmers geht – und das nicht zu knapp – hat die Stiftung Warentest jetzt in ihrer aktuellen Finanztestausgabe (06/2014) vorgerechnet. Demnach müssen Kreditnehmer bis zu 10% Zinsen für bestimmte Teile des Baukredits bezahlen.

Kredit: Eigenkapital entscheidet über Bauzins

Banken haben aufgrund der Finanzkrise die Risikoaufschläge für Kunden erhöht, die mit wenig oder keinem Eigenkapital in die Finanzierung gehen wollen. Die Finanztest hat vorgerechnet, dass Kreditanteile jenseits der 80% oder 90% des Immobilienwerts mit dicken Zinsaufschlägen bedacht werden. Auf diesen Teil können gut und gerne bis zu 10% Zinsen verlangt werden. Dies erkennt der Kunde jedoch nicht, weil der Zinssatz auf den gesamten Immobilienkredit ausgerechnet wird. Wer nur wenige tausend Euro mehr für die Finanzierung benötigt, zahlt damit meist verhältnismäßig höhere Zinsen. Insgesamt können sich die Gesamtkosten der Baufinanzierung damit um viele tausend Euro erhöhen.

Hauskauf ohne Eigenkapital lieber vermeiden

Auch wenn es oft am nötigen Kleingeld fehlt und der Kredit eigentlich genau deshalb aufgenommen wird, weil man eben kein Geld für die Anschaffung hat, sollte man bei der Baufinanzierung zumindest einen Teil an Eigenkapital mit in die Finanzierung einbringen. Es gilt, zumindest ein paar tausend Euro anzusparen oder sich Geld zu leihen, beispielsweise von einem Familienmitglied. Wer finanzielle Rücklagen hat, sollte diese möglichst ausschöpfen. Aber Achtung: Alle Konten oder sonstigen Geldanlagen und -reserven komplett ausnutzen ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Es lohnt sich, ein finanzielles Polster zu behalten, so dass man auch in Krisensituationen gewappnet ist. Das bloße Einsparen von Kapital aufgrund der niedrigen Bauzinsen ist jedoch weniger empfehlenswert. Auch wenn die Bauzinsen günstig sind, können sie doch, wie oben gezeigt, schnell ansteigen, wenn man zu wenig Eigenkapital einbringt.

Hohe Zinskosten vermeiden

Es ist natürlich sinnvoll, wenn Banken einen Komplettzins für die gesamte Baufinanzierung angeben. Nur so lässt sich eine Vergleichbarkeit gewährleisten. Dennoch wird dadurch das Problem des Eigenkapitalanteils verschleiert. Kunden sei geraten, bei der Bank anzufragen, wie stark der Bauzins sinkt, wenn sie mehr Eigenkapital einbringen. Oft kann hier etwas mehr einen wesentlich geringeren Zinssatz ausmachen. Finanztest stellt zudem einen Grenzzinsrechner zur Verfügung, mit dem Kunden berechnen können, wie groß die Zinsunterschiede sind.
Dennoch ist auch Vergleichen wichtig. Die Banken verlangen unterschiedlich hohe Zinsen für Aufschläge auf den Kreditwert. Hier lohnt es sich, sich verschiedene Angebote machen zu lassen. Aktuelle Angebote finden Sie zum Beispiel im Bauzinsen Vergleich.

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Bundesbank: Immobilienpreise in Ballungsräumen zu hoch

Ein Paar informiert sich über ImmobilienpreiseAuch wenn laut eigener Einschätzung ein Großteil der Deutschen glaubt, sich ein Eigenheim leisten zu können, schätzt die Deutsche Bundesbank den Immobilienpreis als überbewertet ein. Demnach sei der Kaufpreis für Wohneigentum besonders in Ballungszentren zu hoch. In großen Ballungsräumen geht die Bundesbank in ihrem Monatsbericht vom Februar 2014 von einem 25% zu hohen Immobilienpreis aus. Auch in normalgroßen Städten zahlen Immobilienkäufer jedoch noch 10-20% zu viel, so die Bundesbank.
Müssen Immobilienkäufer jetzt gleich die Flinte ins Korn werfen und gar nicht erst kaufen?

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Immobilienpreise: Großteil der Durchschnittsverdiener kann sich ein Eigenheim leisten

Haus auf vielen GeldscheinenDas Jahr 2013 war ein gutes Jahr für neue Immobilienbesitzer. Wohneigentum war erschwinglicher als in den Jahren zuvor und auch Durchschnittsverdiener konnten sich ein Eigenheim leisten. Grund sind weniger die günstigen Immobilienpreise (diese steigen tendenziell eher aufgrund der hohen Nachfrage), sondern die günstigen Konditionen für Baufinanzierungen. Doch noch immer gibt es große regionale Unterschiede. Generell ist der Immobilienpreis im Süden am höchsten und im Osten am günstigsten, doch dies hängt auch stark vom Landkreis ab.

Wo können zukünftige Immobilienbesitzer mit normalem Einkommen ein Eigenheim finanzieren und wo wird es teuer? Die Landesbausparkassen (LBS) haben eine Studie veröffentlicht, die die günstigsten und teuersten Regionen für Immobilienkäufe ermittelt hat.

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Widerrufsrecht: Baufinanzierung vorzeitig wechseln


Wichtiger Verbraucher-Tipp:

Enthält Ihre Baufinanzierung einen Formfehler? Möchten Sie Ihr damit verbundenes Sonderkündigungsrecht nutzen? Wie Sie das machen und ein Musterschreiben zum Vertrags-Widerruf finden Sie hier:
Zum Ratgeber über die Widerrufsbelehrung und Formfehler-Kündigung

Da die Bauzinsen derzeit so niedrig sind, möchten auch Personen davon profitieren, die bereits vor einigen Jahren eine Baufinanzierung abgeschlossen haben. Da die Zinsen vor drei Jahren oder länger noch wesentlich höher lagen, würden viele Darlehensnehmer gerne vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen. Doch die vorzeitige Kündigung eines Vertrags ist bei der Baufinanzierung meist nicht ohne die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Gibt es dennoch einen Weg, das Widerrufsrecht bei Verträgen zu nutzen, um aus dem Darlehensvertrag vorzeitig auszusteigen, so dass man sich ein Baudarlehen mit günstigeren Zinsen suchen kann?

Die Vertragsmodalitäten bei der Baufinanzierung

Generell wird die Baufinanzierung vertraglich auf eine bestimmte Laufzeit fixiert. Diese werden in einem Vertrag festgehalten. Hier findet sich die Zinsbindung und der geltende Zinssatz. Dieser kann sich während der Zinsbindungsphase nicht mehr verändern, er ist festgelegt. Dies hat positive als auch negative Auswirkungen, abhängig davon, wie sich die Zinsen entwickeln. Kreditnehmer, die schon vor einigen Jahren einen Vertrag abgeschlossen haben, blicken nun voller Neid auf die Niedrigzinsen im Baufinanzierungssektor. Wer jetzt eine Baufinanzierung abschließt, kann sich wiederum freuen, für viele Jahre auf einen niedrigen Zins festgelegt zu sein.

Sobald die Zinsbindung endet, kann eine Neufinanzierung abgeschlossen werden. Dies kann nach fünf, zehn oder gar zwanzig Jahren der Fall sein. Generell gilt jedoch, dass man nach 10 Jahren Laufzeit immer den Vertrag wechseln kann, unabhängig davon, welche Zinsbindung vereinbart wurde. Dann ist der Ausstieg aus dem Vertrag auf jeden Fall möglich, sofern das Baudarlehen komplett ausgezahlt wurde.

Kündigung einer Baufinanzierung

Familie berät über ihre OptionenGrundsätzlich kann man jedes Baudarlehen unter Einhaltung der im Vertrag angegebenen Frist kündigen. Der Pferderfuss an der Sache: Man muss immer eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Damit wird die Bank dafür entschädigt, dass ihr Zinseinnahmen entgehen. Befindet man sich am Ende der Vertragslaufzeit, kann es dennoch günstiger sein, den Vertrag zu kündigen und einen neuen abzuschließen, da die Zinsersparnisse enorm sein können. Grundsätzlich sollte man bevor man die Baufianzierung kündigt, immer die Kosten der Vorfälligkeitsentschädigung mit den Zinserparnissen des neuen Vertrags genau vergleichen.

Das Widerrufsrecht bei Immobiliendarlehen prüfen

Tatsächlich wurde in den letzten Jahren eine Möglichkeit bekannt, wie man eine Baufinanzierung ohne Vorfälligkeitsentschädigung beenden kann. Es wurde nämlich aufgedeckt, dass viele Altverträge fehlerhafte Widerrufsbelehrungen enthielten. Dieser Fehler kann genutzt werden, um von einem Vertrag zurückzutreten.

Widerrufsrecht

Jeder Darlehensvertrag muss ein Widerrufsrecht beinhalten. Dieses klärt den Kreditnehmer über die Modalitäten zur Kündigung auf. Hier wird dem Darlehensnehmer meist eine Frist eingeräumt, in der er ohne Angabe von Gründen den Darlehensvertrag widerrufen kann. Die bis dahin erbrachte Leistungen auf beiden Seiten muss wieder zurückgegeben werden. Der Kunde muss die verzinste Nettodarlehenssumme zurückzahlen und die Bank muss die verzinsten Kreditraten wieder zurückzahlen. Im Falle dieser fristgerechten Nutzung des Widerrufsrechts fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Es ist gesetzlich vereinbart, dass diese Regelung erst dann in Kraft tritt, wenn der Darlehensnehmer ordnungsgemäß darüber aufgeklärt wurde.

Fehlerhaftes Widerrufsrecht

Wenn keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung vorliegt, können Darlehensnehmer auch noch Jahre nach Vertragsantritt den Darlehensvertrag anfechten und vom Widerrufsrecht Gebrauch machen. Ist dies der Fall, fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an und es muss kein berechtigtes Interesse an einer Vertragskündigung bestehen.

Viele Widerrufsbelehrungen sind rechtlich unzulänglich, doch sie werden laufend angepasst. Viele Banken passen sie an die Gesetzestexte an, um auf der sicheren Seiten zu sein, doch oftmals sind die Verträge nicht auf dem neusten Stand. Ändert die Bank den Text zu stark ab, kann es sein, dass dieser rechtlich nicht bindend ist. Um dies konkret zu prüfen, muss aber der eigene Vertragstext herangezogen werden und individuell geprüft werden.

Widerrufsrecht kein Garant für vorzeitige Kündigung

Auch wenn viele Widerrufsbelehrungen fehlerhaft sind und angefochten werden können, muss dies noch nicht auf den eigenen Vertrag zutreffen. Eine genaue Prüfung ist hier unerlässlich. Sollte man dennoch aus seinem Vertrag aussteigen wollen, muss man die Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen. Oder aber man hat das Glück, dass der Vertrag bereits länger als zehn Jahre besteht und man von dem gesetzlichen Sonderkündigungsrecht profitieren kann.

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Wohnungsbau boomt dank Niedrigzinsen

Maurer auf BaustelleVor zwei Wochen wurde von der EZB der Leitzins gesenkt (Bauzinsenaktuell berichtete). Dazu passend ist der aktuelle Trend hin zum Bau von Wohnungen. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden so viele neue Wohnungsbauten genehmigt wie seit einem knappen Jahrzehnt nicht. Bestätigt wird das durch eine aktuell veröffentliche Studie, dass Eigenheimbesitzer glücklich sind und die meisten, die sich für eine eigene Immobilie entschieden haben, zufrieden mit dieser Entscheidung sind. Die günstigen Bauzinsen tun ihr übriges, den Wunsch nach dem Eigenheim zu vergrößern und bei vielen Personen zu wecken.

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Wohnungen kaufen in vielen Ballungszentren unverhältnismäßig teuer

Paar studiert BaupläneWer einen Wohnungskauf anstrebt und das noch dazu in einer beliebten Großstadt, der weiß, dass der Kauf von Eigentumswohnungen kein günstiges Vergnügen ist. Was man gefühlt in den letzten Monaten schon erkannt hat, bestätigt nun auch die Bundesbank: Der Kauf einer Eigentumswohnung ist zu teuer. Gilt eine Immobilie sonst als Investition, sollten potentielle Käufer genau aufpassen, wo und vor allem für wie viel sie kaufen. Andernfalls könnte der Kauf einer Wohnung sich finanziell nicht rechnen.

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Kündigung wegen Eigenbedarf – neues Gerichtsurteil

Trauriges Kind vor UmzugskartonsDer Alptraum eines jeden Mieters ist es, wenn er die Wohnung oder das Haus aufgrund von Eigenbedarf des Vermieters gekündigt wird. Oft bleibt Mietern nichts anderes übrig, als die Wohnung zu räumen, auch wenn sie beispielsweise schon Jahrzehnte dort wohnen. Doch wann ist es rechtmäßig, wenn eine Kündigung wegen Eigenbedarf vorliegt und was ist die Alternative?

Ein Gerichtsurteil hat jüngst die Rechte des Vermieters gestärkt. Im konkreten Fall wurde dem Vermieter, der eine Kündigung wegen Eigenbedarf durchführte, Recht gegeben. Das Landgericht Berlin hat dem Mann zugestimmt, dass die Mietkündigung bei Eigenbedarf rechtens ist, da er in die Hauptstadt ziehen wollte, um seine Tochter häufiger zu sehen, die bei der Mutter lebt. Auch wenn der Vermieter die Wohnung nicht ständig beziehe, sondern nur einige Tage im Monat, ist es rechtens, dass er eine Wohnungskündigung wegen Eigenbedarf durchführt. Die betroffene Mietern hatte schon 20 Jahre in der Wohnung gelebt.
Das Urteil könnte Weichen stellen für zukünftige Fälle ähnlicher Natur. Der Deutsche Mieterbund zeigt sich besorgt und fordert, dass Eigenbedarf für nur wenige Tage im Monat nicht so stark gewichtet werden sollen wie die Rechte des Mieters.

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