Eigenkapital bei der Baufinanzierung: Mehr ist weniger

Je mehr Eigenkapital, desto günstiger ist der Bauzins. Dennoch wollen immer mehr zukünftige Immobilienbesitzer ihre Baufinanzierung ohne Eigenkapital stemmen und suchen sich eine sogenannte Vollfinanzierung. Da die Bauzinsen so günstig ist, scheint dies endlich möglich zu sein. Die meisten Banken haben sich auf dieses Bedürfnis eingestellt und das nicht uneigennützig – sie verdienen kräftig mit, wenn jemand 100% des Kaufpreises oder mehr bei ihnen finanziert. Dass dies meist zu Lasten des Kreditnehmers geht – und das nicht zu knapp – hat die Stiftung Warentest jetzt in ihrer aktuellen Finanztestausgabe (06/2014) vorgerechnet. Demnach müssen Kreditnehmer bis zu 10% Zinsen für bestimmte Teile des Baukredits bezahlen.

Kredit: Eigenkapital entscheidet über Bauzins

Banken haben aufgrund der Finanzkrise die Risikoaufschläge für Kunden erhöht, die mit wenig oder keinem Eigenkapital in die Finanzierung gehen wollen. Die Finanztest hat vorgerechnet, dass Kreditanteile jenseits der 80% oder 90% des Immobilienwerts mit dicken Zinsaufschlägen bedacht werden. Auf diesen Teil können gut und gerne bis zu 10% Zinsen verlangt werden. Dies erkennt der Kunde jedoch nicht, weil der Zinssatz auf den gesamten Immobilienkredit ausgerechnet wird. Wer nur wenige tausend Euro mehr für die Finanzierung benötigt, zahlt damit meist verhältnismäßig höhere Zinsen. Insgesamt können sich die Gesamtkosten der Baufinanzierung damit um viele tausend Euro erhöhen.

Hauskauf ohne Eigenkapital lieber vermeiden

Auch wenn es oft am nötigen Kleingeld fehlt und der Kredit eigentlich genau deshalb aufgenommen wird, weil man eben kein Geld für die Anschaffung hat, sollte man bei der Baufinanzierung zumindest einen Teil an Eigenkapital mit in die Finanzierung einbringen. Es gilt, zumindest ein paar tausend Euro anzusparen oder sich Geld zu leihen, beispielsweise von einem Familienmitglied. Wer finanzielle Rücklagen hat, sollte diese möglichst ausschöpfen. Aber Achtung: Alle Konten oder sonstigen Geldanlagen und -reserven komplett ausnutzen ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Es lohnt sich, ein finanzielles Polster zu behalten, so dass man auch in Krisensituationen gewappnet ist. Das bloße Einsparen von Kapital aufgrund der niedrigen Bauzinsen ist jedoch weniger empfehlenswert. Auch wenn die Bauzinsen günstig sind, können sie doch, wie oben gezeigt, schnell ansteigen, wenn man zu wenig Eigenkapital einbringt.

Hohe Zinskosten vermeiden

Es ist natürlich sinnvoll, wenn Banken einen Komplettzins für die gesamte Baufinanzierung angeben. Nur so lässt sich eine Vergleichbarkeit gewährleisten. Dennoch wird dadurch das Problem des Eigenkapitalanteils verschleiert. Kunden sei geraten, bei der Bank anzufragen, wie stark der Bauzins sinkt, wenn sie mehr Eigenkapital einbringen. Oft kann hier etwas mehr einen wesentlich geringeren Zinssatz ausmachen. Finanztest stellt zudem einen Grenzzinsrechner zur Verfügung, mit dem Kunden berechnen können, wie groß die Zinsunterschiede sind.
Dennoch ist auch Vergleichen wichtig. Die Banken verlangen unterschiedlich hohe Zinsen für Aufschläge auf den Kreditwert. Hier lohnt es sich, sich verschiedene Angebote machen zu lassen. Aktuelle Angebote finden Sie zum Beispiel im Bauzinsen Vergleich.

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