Immobilie durch Zwangsversteigerung kaufen: Was ist zu beachten?

Auktionshammer schläft auf HaussymbolDes Einen Freud, des Anderen Leid: Bei Zwangsversteigerungen liegen die Emotionen weit auseinander. Die hohe Nachfrage nach günstigen Immobilien macht für viele Personen auch Zwangsversteigerungen interessant. Die Preise liegen bei versteigerten Immobilien oft weit unter dem eigentlichen Marktwert, da verkauft werden muss.

Doch ein Haus durch eine Zwangsversteigerung zu kaufen ist eine besondere Sache, bei der Kunden einiges beachten sollten.

Käufer können Immobilie oftmals nicht besichtigen

Zwangsversteigerungen geht oft eine lange, oft komplexe Vorgeschichte voraus. Armut, Tragödien oder Erbschaftsstreit pflastern den Weg einer Zwangsversteigerung. Wer sich für ein Haus aus einer Zwangsversteigerung interessiert, profitiert hingegen von oftmals günstigen Preisen. Der Kauf geht jedoch nicht vonstatten wie bei einer normalen Immobilie.
Meist können potentielle Käufer das Haus nicht besichtigen. Sie müssen sich auf das Urteil eines Sachverständigen verlassen. Dieser sollte in jedem Fall die Möglichkeit haben, das Objekt persönlich zu besichtigen und ein umfangreiches Bild für den Käufer darzustellen. Ist dies nicht der Fall, profitiert keiner davon, vor allem nicht die Gläubiger: Viele Käufer halten sich bei unzureichender Kenntnis des Objekts eher zurück, was zu geringen Kaufpreisen führen kann oder dazu, dass das Haus überhaupt nicht gekauft wird. Käufer sollten bereits vor der Zwangsversteigerung wissen, wie der Zustand der Immobilie ist.

Zwangsversteigerung für Immobilien erfordert ausreichend Vorbereitung

Doch Interessierte können auch eigenständig Vorbereitungen treffen. Zwangsversteigerungen von Häusern werden meist wochen- oder monatelang vorher angekündigt, so dass genug Zeit bleibt, sich über eine Immobilie zu informieren.
Zunächst empfiehlt sich ein Gang zum Amtsgericht, bei dem man das Verkehrswertgutachten ansehen kann. Hier hat ein unabhängiger Gutachter den Immobilienwert geschätzt oder den Zustand beschrieben. In einem solchen Gutachten befindet sich eine Einschätzung der Lage und es wird Auskunft gegeben, ob es Baumängel gibt.
Auch ein Blick in den Grundbucheintrag des Objekts ist zu empfehlen. Hier können Sie in Erfahrung bringen, welche Belastungen auf der Immobilie liegen. Zudem steht dort der Hauptgläubiger, mit dem man sich ebenfalls bereits in Kontakt begeben kann, um eine Einschätzung über den Einstiegspreis zu erhalten.

Besondere Vorsicht bei vermieteten Objekten

Wer ein vermietetes Haus kauft, sollte sich vorab informieren, mit wem er zu tun hat. Über einen im Haus wohnenden Mieter kann beispielsweise Zutritt zum Objekt gewährt werden. Hat man keinen Eigenbedarf angemeldet, werden im Normalfall die Mietverhältnisse übernommen.

Wie läuft das Bieterverfahren ab?

Sobald alle Vorbereitungen getroffen wurden, kann der Termin für das Bieterverfahren kommen. Sie können dem Gläubiger bereits vorab ein konkretes Angebot machen. Ist dieses jedoch zu niedrig, bietet die Gläubigerbank meist mit. Ist das Angebot zu niedrig, kann es sein, dass es vom Gläubiger abgelehnt wird. Bei Geboten von weniger als 70% des Verkehrswerts muss der Gläubiger das Gebot nicht annehmen, bei weniger als 50% darf er es nicht annehmen. Bei einem erneuten Bieterverfahren ist die Begrenzung jedoch aufgehoben.

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