Rosige Zeiten für die Baufinanzierung? EZB senkt Leitzins auf 0,25%

Typisches ZinschartÜberraschend hat die EZB den Leitzins am gestrigen Donnerstag von 0,50% auf nunmehr noch 0,25% gesenkt – ein neues Rekordtief. Nicht einmal Finanzexperten hatten diesen Schritt vorausgesehen. Eher hatte man damit gerechnet, dass der Leitzins nach der EZB-Sitzung auf 0,50% belassen wird. Umso größer ist nun der allgemeine Schock über die erneute Senkung. Während Sparer über die Leitzinsentwicklung entsetzt sind und weiter um ihr Erspartes fürchten, könnten die Zeiten für Kreditnehmer noch besser werden: Der Bauzins orientiert sich stark am Leitzins und ist Indikator für Zinssenkungen am Markt. Wird die Baufinanzierung nun noch günstiger?

Fakten zur Leitzinssenkung

Die Europäische Zentralbank hat in ihrer Sitzung eine Senkung des Leitzins‘ erwirkt. Obwohl dieser seit Mai auf historisch niedrigen 0,50% gestanden hatte und bereits zuvor unter die 1,00%-Marke gerutscht war, ist die Senkung auf 0,25% umso überraschender. Vielmehr hatte man mit einer Erhöhung oder Belassung als einer weiteren Senkung gerechnet. Der Leitzins ist der Zinssatz, den Banken zahlen müssen, die sich Geld von der Zentralbank leihen. Sie haben dann die Möglichkeit, diese Zinsen mit günstigen Darlehenszinsen an ihre Kunden weiterzugeben oder in Unternehmen investieren. Der Euro stürzte auf 1,33 Dollar ab, der DAX jubilierte mit einem Rekordhoch von zeitweise 9.162 Punkten.

Die Entscheidung wird geteilt aufgenommen. Während Banken mit Fokus auf Kreditvergabe und Verbraucher mit dem Wunsch nach niedrigen Darlehenszinsen die Entscheidung begrüßen dürften, sehen Sparer ihre Zinsen dahinschwinden. Die niedrige Inflation tut ihr übriges. Es wird abzuwarten sein, inwieweit die Leitzinssenkung die Wirtschaft und die Konditionen von Finanzprodukten beeinflusst.

Leitzinsentwicklung der vergangenen Jahre und Einfluss auf die Bauzinsen

Ein Blick auf die Leitzinsentwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass der Leitzins eine konstante Abwärtsbewegung hingelegt hat. Während er im Jahr 2000 zeitweise bei 4,75% lag, ging es fortan nur noch abwärts. Die 1%-Schwelle wurde schließlich 2009 erreicht, anschließend sank der Leitzins jeweils in unregelmäßigen Abständen um 25 Prozentpunkte. Nun ist der Tiefpunkt erreicht.

Doch was bedeutet dies für die Bauzinsen? Banken können im Normalfall recht schnell auf fallende Zinsen reagieren. Es ist also abzusehen, dass die Zinsen von Sparkonten in den kommenden Wochen und Monaten sinken, sehr zum Leidwesen derjenigen, die Geld auf sicheren Konten zur Seite legen wollen. Im Gegenzug ist es gut möglich, dass die Bauzinsen weiter sinken. Viele Banken passen ihre Zinskonditionen täglich oder wöchentlich an, so dass sie sehr schnell auf Marktbewegungen reagieren können. Wer also demnächst eine Baufinanzierung oder Anschlussfinanzierung plant, sollte vorerst einige Zeit abwarten, wie die Bauzinsentwicklung vorangeht. Nutzen Sie unseren Bauzinsenvergleich, um täglich die aktuellen Zinskonditionen zu checken und so schneller zu einem günstigen Zeitpunkt zuschlagen zu können.

Mehr Informationen direkt bei der EZB

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